Anwesend: Tasse mit Kaffee und Milchschaum, Brotkrümel, Butter, süsser Brotaufstrich
Entschuldigt: Sprungtuch und Rettungsweste

Die Tasse erhitzt sich durch den Kaffee.
Ihr Inhalt wird zu einem kleinen braunen See
inmitten eines frühen Morgens.
Die Sonne steigt in die Höhe, strahlt verführerisch ein samtenes Licht
auf diese Welt zu ihren Füssen.

Ein Krümel schwimmt auf dem winzigen See.
Einsam, verlockend und ziellos.
Wie er dorthin gekommen war, ein Missgeschick, Zufall oder einfach nur Schicksal?
Sicher wurde er bereits vermisst, das konnte anders nicht sein, er war doch einmal Teil eines Laibes? Während er darüber nachdenkt wird ein kräftiger Schluck genommen.
Er hat Glück – entkommen zu sein, der Zunge, dem Gaumen, dem Schlund.

Der Krümel erleichtert, badet weiter in der Stille des Morgenrotes.
Treibt tagträumend im Milchschaum mit den Bläschen aus Luft.
Lässt sie platzen, ein fröhliches Kinderspiel.

Doch langsam und ausweislich wird ihm der Ernst der Lage bewusst.
Er weiss, was er jetzt tun muss. Er reitet die Wellen, taucht in die Tiefen, schwingt sich empor an der rutschigen Wand, balanciert riskant auf der Reling aus Porzellan und fällt im Anblick der Sonne „Hals über Kopf“ über den Tassenrand – hinein in das Quittengelee.

Pendenz: Anmeldung für das Turmspringen.